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Sport . Pole Dance

, Mai 16th, 2013
Vor ein paar Wochen fragte mich eine Freundin: „Du, ich habe einen neuen Anschlag auf dich, wie wäre es mit Pole Dance?“
Lachen meinerseits.
Ich meinte dann nur, dass ich mich dabei sicher blöd anstelle und, dass das ja dementsprechend peinlich sein wird. Meine Freundin konnte den Gedankengang nachvollziehen, sah es im Grunde genauso und meinte, dass es all den anderen vermutlich auch so gehen würde.
So ganz ließ mich der Gedanke nicht los. Ich googelte nach Pole Dance Schulen in Wien, ich kam zu dem Entschluss, dass es schon nicht so peinlich sein wird, da ja jeder eine eigene Stange hat (und hoffentlich doch nicht vortanzen muss) und außerdem hatte ich ja einen Plan, ich wollte etwas für meine Muskeln machen. Pole Dance klingt dabei schon nach einem spaßigeren Ganzkörpertraining als das Fitnesscenter (dem ich übrigens auch mal wieder einen Besuch abstatten könnte).
Gerade noch rechtzeitig meldete ich mich also einen Tag vor Kursbeginn für das 1. Level an. Am nächsten Tag packte ich meine Sporttasche mit meinen Laufsachen, allerdings eng und kurz und schon ging es los. Jeder suchte sich eine Stange aus und dann wurde erst einmal kräftig aufgewärmt und gedehnt und ich merkte mal wieder, dass das nicht meine Stärke ist. Ich komme weder richtig vom Boden, noch kann ich mein Knie abbusseln, aber im „Aufwärmübungen spiegelverkehrt ausüben“ bin ich relativ begabt.
Dann ging es auch schon los, die Stange wurde umrundet, Pirouetten wurden gedreht, die „Wave“ wurde geübt (meinem Gefühl nach ähnle ich dabei noch eher einem kantigen Roboter) etc etc. Und dann kam die Ansage „So, jetzt geht ihr mal zu zweit zusammen und übt den Kopfstand, den werden wir noch sehr oft brauchen“. Wie jetzt, es ist doch erst die allererste Stunde? Nach einem panischen Rundumblick konnte ich auch keine zentimeterdicken Matten erkundschaften, bloß einen Stapel Yogamatten. Man nimmt was man bekommen kann und dann gings los ans üben. Auf den Unterschenkeln mit Blick zur Stange hielten die Hände die Stange ganz unten, der Kopf wurde auf die Gelenke gelegt, Po in die Höhe und Schwung! Laute Knalle erfüllten den Saal, schön, hatte nicht nur ich Probleme :)Aber beim 2. Mal klappte der so genannte „Baby Angel“ dann doch so halbwegs. Ich wusste gar nicht, wie schnell man die Orientierung in dieser Position verlieren kann, man verwechselt dann schonmal die Beine. Gut, nachdem alle ein paar Mal geübt hatten ging es weiter, wir erklommen das erste Mal die Stange, hielten und ein paar Sekunden darauf und dann ging es auch schon an die erste Choreographie. Alle Übungen wurden nacheinander und gleichzeitig ausgeführt, einmal von links, einmal von rechts und das einige Male. Der Kopfstand stand auch jedes Mal am Plan, dieses Mal aber natürlich ohne die Matte.

Nach dem 6. Mal wurde die Kraft dann irgendwann auch weniger und das Ende der ersten Kurseinheit war nah. Vorher zeigte uns die Trainerin aber noch, wie diese Choreographie mit hohen Schuhen aussehen würde. Nicht schlecht, vorallem haben solche hohen Schuhe den Vorteil, dass man nicht ständig daran denken muss alle Übungen auf den Zehenspitzen auszuführen. Ja genau, hatte ich vergessen zu erwähnen. Alles wird auf Zehenspitzen ausgeführt, ein bisschen Körperspannung muss sein.
Auf dem Heimweg beschlossen meine Freundin und ich, dass wir uns auch solche Schuhe besorgen würden, so billig wie es geht. Ob im doppeldeutigem Sinn, darüber waren wir uns dann doch nicht so sicher. Geschmackvoll oder wenn schon, denn schon? Es blieb eher bei geschmackvoll und einem schicksalshaften billigen Einkauf bei Forever 21. Der Schuh ist allerdings leider nicht ganz so perfekt und ich werde meine Augen weiterhin offen halten. Ohne Schuhe fühle ich mich auf alle Fälle sicherer und, wie ursprünglich geplant, überwiegt die sportliche Kompontente, allerdings hat es schon sehr viel Spaß gemacht mal so vollkommen andere Schuhe zu kaufen.

 

Zu guter Letzt kann ich noch vermelden: Ich hatte 2 Beulen am Kopf und tagelang einen Muskelkater. Vom Hals über die Oberarme und den gesamten Bauchraum entlang. Nur die Beine habe ich ausgelassen (ausgenommen der blauen Flecke), bringt das Laufen also vielleicht doch etwas. Fazit: Perfektes Ganzkörpertraining.
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14 Antworten zu “Sport . Pole Dance”

  1. Anonymous sagt:

    Auf http://www.pole-studios.at findet man eine Liste aller Polestudios in Österreich.

  2. Christian sagt:

    In 1080 Wien hat jetzt ein neues Polestudio aufgesperrt. Pole Angels: http://www.pole-angels.at 

  3. boa, das will ich unbedingt mal probieren! Meine Großcousine is Trainerin

    Love, VIENNA WEDEKIND

  4. Nicole sagt:

    lustiger bericht ;) naja wobei das endergebnis find ich nun nicht so lustig, obwohl ganzkörpertraining ist sicher nicht schlecht ;)
    gibts da auch eine gewichtsoberklasse ?

    • Barbara sagt:

      Ich vermute einfach mal, dass sich diese Nebenwirkungen schon noch verringern werden. Der Muskelkater wird zumindest von Mal zu Mal weniger ;)

      Davon weiß ich jetzt nichts Genaues. Ich habe nur gelesen, dass die Stangen schon auch über 100 kg aushalten (sind ja manchmal sogar 2 Personen oben). Man muss halt bedenken, dass man sein eigenes Körpergewicht zu tragen hat.

  5. Mary sagt:

    Ein echt unterhaltsamer Bericht! ;) LG, Mary

  6. Joza sagt:

    Das wollte ich auch schon immer mal ausprobieren!
    Aber mich schreckt da auch ein bisschen der Peinlichkeitsfaktor ab.
    Dein Artikel macht mir trotzdem Mut :-)
    Liebe Grüße

  7. Nicole sagt:

    Hattet ihr ein Training bei Mona? Ich stell mir das ziemlich schwer vor

  8. Babsi sagt:

    Ahhh ich will das auch ausprobieren! Richtig cool!!

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