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Laufen . Stockholm Nike Midnattsloppet 10k

, März 17th, 2015

Kaum zu glauben, aber ich berichte euch jetzt tatsächlich von meiner Teilnahme am Stockholmer Midnattsloppet Nike 10k Run. Kurz nach der Reise im August hab‘ ich euch ja über die Reise berichtet, den Beitrag über den Lauf bin ich euch aber schuldig geblieben. Schande über mein Haupt. Aber jetzt ist es ja soweit.

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Der Midanttsloppett ist, wie der Name schon sagt, ein Abendlauf – Start ist um 22 Uhr – mit wahnsinnigem Flair und zu vergleichen mit den „we own the night“ Läufen von Nike (aber vorweg sei schon mal gesagt: Viel besser!) Allerdings ist die schwedische Version offen für Männchen und Weibchen. Motivierend wie ich bin, konnte ich auch meine Freund von der Teilnahme überzeugen – Anmerkung: Laufen st nicht so sein Ding, Krafttraining, Fußball und Basketball aber – und so war mir klar, dass die 10km auf jeden Fall nicht auf Zeit gelaufen werden. Ein entspannter Lauf in toller Atmosphäre sollte es werden.

Bis dahin hieß es am Tag des Lauf’s aber noch bangen, denn, ja, anscheinend war die Stadt vom Lauf überrascht worden (den Lauf gibt’s übrigens schon seit ein paar Jahren) und die S-Bahn, mit der wir in unser etwas außerhalb gelegenes Hotel fahren mussten, wurde gestrichen, so wie viele weitere Linien. Was jetzt genau das Problem war, konnten wir nicht ermitteln, denn, man kann’s kaum glauben in einem Land, in dem fast jeder perfekt Englisch spricht, gibt es keine Durchsagen auf Englisch. Jedenfalls, Stunden später und mit ziemlichem Stress kamen wir noch rechtzeitig im Hotel an, schmissen uns in unser Laufoutfit und zischten wieder ab zum Start.

Jetzt hätte ich fast vergessen, euch von meinem Leiden zu erzählen: Nachdem wir nämlich schon drei Tage stundenlang zu Fuß Stockholm erkundet hatten, ich natürlich in neuen Schuhen und auch die Laufschuhe waren noch nicht eingelaufen, ist plötzlich wieder meine nicht auskurierte Achillessehnenentzündung ausgebrochen. Na super – mal wieder Schmerzen, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Meine Kinesiotapes daheim gelassen, weil das Knie mal keine Probleme machte, hab ich mir dort aus Verzweiflung Sporttape gekauft. Wusstet ihr, dass Sporttape auf der Haut zu Zement wird? Also so richtig. Meine Sehne war zwar gestützt, aber an Bewegung war nicht groß zu denken – lustig, wenn man noch 8km vor sich hat – und nach dem Lauf hab ich mir beim Entfernen ziemlich viel Haut mit abgerissen.

Aber zurück zu den erfreulichen Dingen des Abends. Das Laufdorf war ziemlich leer, da die meisten Leute beim Start der Jugend zugesehen haben und auch wir sind vor unserem Start noch dorthin, um den Kindern zuzusehen.

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Danach ging’s wieder zum Dorf, um unsere Sachen abzugeben.

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Die Garderobe war übrigens auch ein Highlight des Laufs. Untergebracht in einer Eishalle und die Eishockeyspieler machten die Security. Daumen hoch für die Organisation, ich bin noch nie 2x mal beim Abholen meiner Sachen kontrolliert worden. Einmal bei der Ausgabe und dann auch noch einmal beim Ausgang wurde meine Taschennummer mit meiner Startnummer verglichen.

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Es gab auch niemals einen Stau und keine Wartezeiten. Selten so einen toll organisierten Lauf erlebt und glaubt mir, ich bin schon einen Haufen mitgelaufen und hab Sachen erlebt…

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Natürlich immer mit dabei, als bekennender Leuchtstabjunkie, einige Knicklichter, um die wir übrigens ziemlich beneidet worden sind, ja, wir wissen halt, wie man Stimmung in die Laufbude bringt.

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Und auf ging’s zur Startaufstellung. Ein bisserl Musik, Effekte und schwedische Durchsagen trieben uns immer näher an die Startlinie und schon ging der Schuss los. Start!

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Die ersten paar Kilometer liefen auch ganz gut, mal abgesehen von den Schmerzen, die das verdammte Zementtape verursachte, dann kamen auch noch die Schmerzen der Sehne hinzu und dann, ja dann kam die Steigung. In der Streckenbeschreibung ist gestanden, ich zitiere: Leichte stetige Steigung. Ja, denkste. Ich kann euch nicht mehr genau sagen, wie lange es bergauf ging, aber es waren einige Kilometer lang, einen Berg hinauf und dann wieder hinunter, Straßen hinauf und dann Richtung Ziel. Hab ich euch schon erzählt, dass mein Freund kein wirklicher Läufer ist? Ja und das gepaart mit meinen Schmerzen – waaaaah! Aber, aber, ich will mal nicht so sein, abgesehen davon, war der Lauf der Hammer. So viel Stimmung, Musikstationen, Sambagruppen und unfassbar tolle Zuschauer habe ich ehrlich noch nie erlebt. Noch nie. Die Zuschauer waren ein Highlight für sich. Wir waren beide begeistert. Achja, was ich fast vergessen hätte – die Steigungen dürften einige fertig gemacht haben, ich hab in meiner ganzen Laufzeit noch nie so viele Leute gleich nach dem Zieleinlauf erbrechen gesehen. Ich wünschte, ich hätte ein Foto machen können, denn so könnt ihr euch das ja gar nicht richtig vorstellen. Selbst nach Marathons hab‘ ich so etwas noch nicht gesehen. Ein Häuferl Mensch und Erbrochenes nach dem anderen…

Aber uns ging’s dann wieder ganz gut, schlecht war uns ja zum Glück nicht gewesen und  wir holten unsere Münzen ab, die man beim Midnattsloppet anstelle der Medaille bekommt. Schnell wieder in die Eishalle, Sachen holen und ab ins Hotel.

Hab ich schon erwähnt, dass wir ziemlich K.o. waren?

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Mein Fazit: Ich will ihn unbedingt noch einmal laufen und kann ihn euch nur empfehlen. Organisation und Stimmung waren spitze.

Und hier noch zwei kurze Videos vom Start:

Seid ihr schon mal mitgelaufen? Oder bei einem der anderen Midnattsloppets in den Nachbarländern?

Verpasse nicht:
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3 Antworten zu “Laufen . Stockholm Nike Midnattsloppet 10k”

  1. Markus Tebelmann sagt:

    Hallo, wir sind in Riga und Helsinki gelaufen, 2014 und 2015. Riga ist nicht zu empfehlen, schwieriger Boden, Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher. Helsinki war fies, nach dem Start ging es bergab um dann ordentlich wieder bergauf, nicht die Steigung, sondern die Dauer machen es hier aus, dann wieder bergab und anschließend stetig steigend mit 2 bis 3%, das zieht einem den letzten Saft vor der letzten Steigung kurz vorm Ziel. Fazit: Konsequent nach Puls laufen, sonst ist man nach 8 km am Ende. Organisation und Stimmung waren gut, Strecke zählt zu den härteren, aber Stockholm 2016 wird wohl richtig fies Deinem Bericht und Streckenprofil nach, wir freuen uns trotzdem darauf. Viele Grüße, Markus aus München

  2. Joshly sagt:

    Das klingt ja echt nach einem schönen Lauf.
    Lustig, dass du über die Berge schimpfst. Mein Freund ist Österreicher und belächelt mich Berliner immer wenn ich von riesen Bergen spreche und er der Meinung ist, dass es nicht mal Hügelchen sind!

    Ein Bild der Münze fehlt mir noch, sonst toller Bericht:-)

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