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Triathlon . Wörthersee Volkstriathlon

, Juli 11th, 2016

Im Zuge unseres Aufenthaltes in Velden, hatten wir die Möglichkeit spontan am Wörthersee Triathlon in Pörtschach teilzunehmen. Absolut unvorbereitet und ein bisschen ängstlich, aber voller Neugier wagten wir uns in dieses Abenteuer. Schließlich wollten wir schon immer einen Triathlon ausprobieren, aber die Hemmschwelle war bisher immer zu groß.

Lena ist gut im Laufen, aber Schwimmen ist eher nicht so ihr Ding. Barb geht zwar regelmäßig schwimmen, aber das Laufen hat sie ja bekanntlich seit dem Marathon eher schleifen lassen. Und was ein Rad ist wissen wir zwar grundsätzlich schon, aber darauf nahmen wir beide im letzten Jahr leider viel zu selten Platz. Es sollte also spannend werden.

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Grundsätzlich waren die Distanzen ja beinahe lächerlich. 300 m Schwimmen – 10 km Radfahren – 3,2 km Laufen. Locker und ohne viel Erfahrung/Training bzw. einzeln machbar. Hintereinander im „Wettkampfmodus“ dann allerdings eine komplett andere Sache, die wir ehrlich gesagt ziemlich unterschätzt haben. Nunja, wir wissen es jetzt ja für das nächste Mal.

Nachdem wir unser Rad samt Laufschuhe etc in der Wechselzone abgegeben hatten (das war ja schon mehr als aufregend!), machten wir uns auf den Weg zum Startbereich.

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Der war übrigens ziemlich toll: Grüne Wiese, ausreichend viele Liegen zum Ausruhen und Durchatmen und ganz viele Athleten, die sich in ihren Neoprenanzug zwängten und richtig professionell aussahen. Nach der Begrüßung ging es dann auch nach und nach los und die Männer und Frauen, die den Sprint Triathlon bestritten, wurden ins Wasser gelassen. Das Teilnehmerfeld lichtete sich und von den Volkstriathleten blieben gar nicht mehr so viele übrig. Um die 50 Teilnehmer, mit ein paar davon kamen wir dann auch noch ins Gespräch und versuchten uns gegenseitig die „Angst“ zu nehmen.

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Der Startschuss rückte immer näher und wir mussten ins Wasser, schließlich sollte in 5 Minuten der Start erfolgen. Spätestens jetzt war uns beiden klar, wieso die anderen mit Neo ins Wasser gehen. Es war wirklich arschkalt! Aber hart wie wird sind, wollten wir unsere Neopren-Erfahrung nicht für 300m testen, zahlt sich doch gar nicht aus (abgesehen davon, dass wir dann noch länger in der Wechselzone gebraucht hätten ;)

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Nur noch eine Minute bis zum Start, ein Organisator versucht den Teilnehmern Mut zu machen und meint, dass das eh keine 300m sind, sondern weniger. Welche Distanz es tatsächlich war können wir jetzt nicht sagen, aber es war für den Anfang auf alle Fälle ausreichend.

Der Triathlon aus Barbs Sicht oder auch „Was habe ich eigentlich all die Jahre gemacht?“

Obwohl ich seit 2,5 Jahren regelmäßig schwimmen gehe, hatte ich doch ziemlichen Respekt vor dem ersten Abschnitt. Die 300m sollten kein Problem sein, aber so ein Massenstart, wo man vorne und hinten ständig mit den anderen Schwimmern unbarmherzig in Berührung kommt und das noch auf Zeit… puh.

Genau so war es dann auch. Alle setzten sich in Bewegung und als ich vergebens versucht habe, meinen Rhythmus zu finden, bekam ich ständig Tritte auf meine Hände, dauernd berührte jemand meine Füße und mein Schwimmnachbar machte äußerst fragwürdige Atemgeräusche. Die 300m zogen sich dahin und ich musste öfters meinen Kopf oben halten um meine Orientierung zu finden und ein paar Mal tief ein- und auszuatmen. Mein Herz klopfte und ich fragte mich währenddessen wirklich: „Was hast du die letzten Jahre beim Schwimmen eigentlich gemacht?“ (So tragisch war es dann gar nicht, trotz meiner eher sehr durchschnittlichen Leistung, war ich beim Schwimmen in den Top 3 meiner Altersklasse (von immerhin 6) und konnte somit den größten Erfolg meiner Sportlerkarriere verzeichnen ;D).

Während ich mich also nach meinem ruhigen Chlorbecken sehnte, war das Etappenziel erreicht und ich ließ mir aus dem Wasser helfen und ich nahm den „Anstieg des Todes mit regelmäßigen Unregelmäßigkeiten“ zur Wechselzone auf mich. So völlig außer Atem kamen mir die 100 m unendlich lange vor.

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In der Wechselzone angekommen, trocknete ich mich kurz ab und zog meine Laufsachen an. Um etwas runterzukommen, setze ich mich ganz untypisch erst einmal auf den Boden und kämpfte währenddessen mit meinen Schuhen. Am liebsten wäre ich noch ewig so sitzen geblieben, aber es nutze ja nichts. Helm auf und mit meinem ausgeborgten Rennrad zum Ende der Wechselzone.

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Jetzt hieß es mit dem Rad 5 km in die eine Richtung und dann 5 km wieder zurück zu fahren. Eigentlich jene Disziplin, auf die ich mich am meisten freute. Schließlich kann man hier das Rad auch mal rollen lassen, um die Beine auszuruhen. Das musste ich tatsächlich auf öfters machen, sei es, weil die Steigungen so anstrengend waren, weil mein Puls jenseits von Gut und Böse war und ich irgendwie versuchen musste runterzukommen oder weil meine Beine dieses Radfahren einfach nicht gewöhnt waren und ich meine Kräfte für den Lauf schonen musste.

Als ich mal wieder ganz fertig war nach einer Steigung, kam ein Typ von hinten an mir vorbei und fragte mich, ob ich ein wenig in seinem Windschatten fahren möchte. Ich muss von hinten schon ziemlich fertig ausgeschaut haben. Ich nahm es aber dankend an, merkte nichts von Windschatten und konnte ihm sowieso nicht auf den Fersen bleiben. Aber es war sehr nett gemeint.

Zum Glück waren die Sprint-Triathleten noch auf der Strecke und absolvierten gerade ihre 2. Runde, weshalb man dann nie so ganz alleine auf der Strecke unterwegs war. So anstrengend es im Moment auch war, ein (zumindest innerliches) Grinsen, weil es halt schon ziemlich lässig war hier teilzunehmen, ließ sich einfach nicht unterdrücken.

Dann ging es auch schon zurück in die Wechselzone und ich musste mein liebgewonnenes Trek-Rennrad zurücklassen. Dieses Mal ging alles ein wenig schneller. Schuhe konnte ich anbehalten und nur noch der Helm musste runter.

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Auf wackeligen Beinen ging es also auf die Laufstrecke. Es mussten für die Volksdistanz 2 Runden absolviert werden und die waren, zumindest für mich, gar nicht ohne. Mein Puls war wohl noch immer jenseits von Gut und Böse und meine Beine waren quasi nicht existent. Wirklich, ich spürte sie nicht und sie verrichteten scheinbar nur irgendwie ihre Arbeit. Mein großes Problem war, dass ich mir irgendwann dachte, dass ich gerade beim Laufen auch nicht viel schneller bin, als wenn ich gehen würde – also ging ich ein wenig spazieren. Runterkommen lautete die Devise und ja nicht das Wasser beim Übergang zur 2. Runde verpassen. Dass ich regelmäßig laufen gehe, hätte mir in diesem Momentan wohl niemand abgenommen.

Mit nicht mehr ganz so trockenem Mund passierte ich diverse Hochzeitsgesellschaften die hier feierten und freute mich gegen Ende, dass ich endlich wieder so langsam Herr über meine Beine wurde. Leider ein wenig zu spät, schließlich war endlich die Abzweigung Richtung Ziel erreicht.

Noch ein kurzer Zielsprint, durchatmen, lächeln nicht vergessen und schon kam der Moderator um mich auszuquetschen. Woher ich komme, der wievielte Triathlon und ob ein nächster folgen wird wollte er wissen. Ich meinte ja, dass ich wieder einen machen werde, dann aber mit vorherigem Training.

Der Triathlon aus Lenas Sicht oder auch „Ich hab euch ja gleich gesagt, dass ich nicht schwimmen kann“

Ich mach’s kurz und schmerzlos: Ich kann nicht schwimmen. Also wirklich nicht. Nicht einmal Brustschwimmen mit Untertauchen. Niemand wollte es mir glauben, aber spätestens als ich Vorletzte bei der Schwimmeinheit wurde und somit fast 3 Minuten langsamer als Barb war, mussten es mir auch alle Ungläubigen glauben :D

Ich kann mich gerade mal über Wasser halten und das natürlich nicht wahnsinnig schnell, man sollte also froh sein, dass ich nicht abgesoffen bin. Jedenfalls, irgendwann war die Etappe geschafft und weiter ging’s nass in die Wechselzone zu meinem Mountainbike.

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Ja, ihr lest richtig, ich wollte mit meinem geliebten Mountainbike fahren, weil ich keine Erfahrung auf Rennrädern habe und mir dachte, ach, 10 km sind ja eh nichts. Haha, ja, aber nicht, wenn man neben Rennrädern fährt und man sich abstrampelt, während die Mitstreiter neben einem, ihre Räder laufen lassen. Die Streckenposten warfen mir alle mitleidige Blicke zu. Irgendwann war aber auch das geschafft und ich versuchte mit wackeligen Beinen die Laufstrecke zu finden. Ich hab den Start nicht gleich gefunden, aber irgendwie dann doch ins Ziel.
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Die erste Laufrunde war eine Runde mit Beinen wie aus Wackelpudding, bei der zweiten bin ich dann so richtig reingekommen und holte eine Minute auf, aber dann war die Strecke auch schon zu Ende und wir mussten, oder besser gesagt, durften endlich ins Ziel.

Mein Fazit: Ich brauch ein Rennrad und einen Schwimmkurs und einen Triathlon, wo man mehr laufen muss und  weniger schwimmen…

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Das Gefühl und der Stolz einen Triathlon gemeistert zu haben war und ist toll und all die Strapazen und Selbstzweifel während des Bewerbs sind danach vergessen. Wir haben Blut geleckt und haben schon den ein oder anderen Triathlon für nächstes Jahr auf dem Radar. Dann aber hoffentlich mit einem eigenen Rennrad und ausreichend Training vorher. Es war halt schon ur leiwand.

Der Wörthersee hat übrigens so sehr überzeugt, dass Lena im September gleich wieder vorbeischaut, um dort den Trail Maniak Sprint zu laufen. Mal schauen, wie das so wird.

 

 

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