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Reisen . Mein Kurzurlaub am Fuschlsee

, September 9th, 2018

Diesen Sommer beschlossen eine Freundin und ich, dass wir mal wieder zusammen Urlaub machen sollten. Das Problem war nur, dass wir uns beide absolut nicht entscheiden konnten wohin wir überhaupt möchten. So vergingen Wochen, ohne dass wir unseren Urlaub gebucht oder geplant hätten. Aber immerhin hier waren wir uns einig: wir müssen ans Wasser! Die schönsten Hotels auf Kreta, Rhodos, Teneriffa etc. sahen zwar ganz nett aus, aber bei einem gemeinsamen Telefonat stellten wir dann doch ziemlich schnell fest, dass wir lieber in Österreich bleiben möchten, direkt an einem See. Keine 15 Minuten später hatten wir dann ein Hotel am Fuschlsee gefunden, das noch ein Zimmer für uns frei hatte. Badeteich, nur einen Katzensprung vom Seeufer entfernt, vom Preis in Ordnung und angeblich an einem der schönsten Seen Österreichs. Passt, Salzkammergut wir kommen!

Garni Haus Sonnleitn

Ungefähr 3 Autostunden von Wien entfernt liegt das Erwachsenenhotel Garni Haus Sonnleitn. Dort angekommen wurde das Auto gleich einmal am hoteleigenen Parkplatz geparkt und von dort den ganzen Aufenthalt nicht mehr wegbewegt, denn, so viel war klar, eine To-Do Liste wollten wir nicht abarbeiten. Nach dem Check-In im Nachbarhotel (das übrigens auch sehr toll ausgesehen hat) begrüßte uns Nicole, wahrscheinlich die Seele des Hotels, und führte uns durch das Bibliotel. Bibliotel? Ja, soweit uns dahingehend zu informieren kamen wir vorher gar nicht, aber im ganzen Hotel liegen Bücher, die man sich während des Aufenthalts nehmen kann um darin zu schmökern. Egal ob an der Bar, auf der Terrasse oder im Zimmer, überall findet man Sachbücher, Romane, Bildbänder etc. die man dann auch erwerben kann, wenn man Gefallen daran gefunden hat. Die mitgebrachten Bücher waren also eigentlich unnötiger Balast.

Was ist hier sonst noch anders? Ab 16 Uhr ist kein Hotelpersonal mehr im Haus zu finden und ab da heißt es, selbst ist der Mensch. Hinter die Bar darf jeder, wenn ihm nach einem kühlen Cola oder einem Schlückchen Wein ist. Auf einem Zettel wird einfach die Zimmernummer, Name und die Anzahl der Getränke notiert und schon kann man sich den Aufenthaltsraum bzw. Frühstücksraum zum zweiten Wohnzimmer machen. Das ist übrigens ausdrücklich so gewünscht. „Wenn ihr Lust auf Pizza bekommt, dann bestellt euch einfach eine oder nehmt sie mit und esst sie hier.“ Das haben wir dann auch tatsächlich gemacht, denn Geschirr liegt jederzeit bereit.

Die Zimmer waren schlicht und traditionell eingerichtet, mit Büchern ausgestattet, sauber und vom Balkon aus konnte man sogar einen Blick auf den Fuschlsee erhaschen. Was man aber auch noch gesehen hat, war der hoteleigene Badeteich – ich brauche auch einen in meinem Leben. Bitte, danke!

Fuschlseebad – ein Sommer wie damals

Wir hatten mit dem Wetter richtiges Glück und konnten jeden Tag am See liegen. Wäre dem nicht so gewesen, dann wäre Salzburg oder Hallstatt auch nicht weit entfernt gewesen – noch so ein Pluspunkt für Fuschl am See. Aber wie gesagt, das Wetter hat uns nicht im Stich gelassen und es wurde ein Sommer wie damals. Schon als Kinder haben wir den ganzen Tag im Freibad verbracht und das sollte auch diesen Sommer(urlaub) so werden.

Nur etwa 5 Gehminuten vom Hotel entfernt liegt das Fuschlseebad und als Hotelgast bekommt man sogar gratis Eintritt. Aber auch Sonnenschirme, Liegen, SUP-Boards, Kästchen, Umkleiden, Duschen etc. warten darauf gratis benutzt zu werden. Und das funktioniert erstaunlich gut. Wenn die Gäste gehen, werden Schirme und Liegen zurückgebracht und der Mist entsorgt. Ich kann es mir einbilden, aber ob das in Wien wirklich auch so reibungslos funktionieren würde? Ansonsten gibt es übrigens noch einen Pool und eine Rutsche in den See – das Highlight für alle Kinder. Unser Highlight waren allerdings die Pommes im Restaurant. Wen wir kamen, wusste der Besitzer schon was wir wollten ;)

Und so verbrachten wir unsere Tage im Bad bei einem guten Buch, mit Kartenspielen, fremden Gesprächen lauschen, Triathleten beobachten, Pommes essend und natürlich auch viel im See. Der war übrigens einfach ein Traum! Ganz schön kalt, aber an dieser blauen Farbe kann man sich einfach nicht satt sehen.

Grundsätzlich gäbe es beim Hotel auch einen öffentlichen Strandabschnitt – aber um den ganzen Tag dort zu bleiben, wäre uns das am Kies zu unbequem geworden. Einige Hotels in Fuschl haben einen privaten Strandabschnitt, aber beim Vorbeischwimmen stellten wir fest – schön und gut, aber auch ganz schön langweilig. Macht halt doch auch Spaß fremden Leuten zuzuhören und ein wenig Action um sich herum zu haben.

Badeteich

Nach einem Tag am See hatten wir allerdings noch lange nicht genug vom Wasser. Wir schlenderten zurück ins Hotel und machten es uns am Badeteich beim Sonnenuntergang gemütlich. Jeden Abend hatten wir ihn für uns alleine und konnten noch einmal die Ruhe genießen und nur dem Plätschern des kleinen Wasserfalls lauschen.

Eigentlich wollte ich meine „Freiwasserangst“ bekämpfen und ein paar „Längen“ am See drehen – ein bisschen Bewegung muss schließlich sein. Aber ich habe wirklich jeden einzigen Tag meine Schwimmbrille im Hotel liegen lassen. Deshalb habe ich ein paar Längen im Teich gezogen, naja, zumindest so alibi-halber. Das war aber erstaunlich gut möglich. Habe ich schon gesagt, dass ich auch so einen Badeteich brauche?

Was man sonst noch so in Fuschl machen kann

So wirkliche Tipps kann ich nicht geben, wie gesagt, viel wegbewegt haben wir uns nicht. Aber für all jene, die ihre Füße nicht still halten können, sind Wander- und Laufrouten vorhanden, einige Restaurants warten darauf entdeckt zu werden (unbedingt vorher einen Tisch reservieren!) und im Hotel gab es jeden Tag zwei neue Aktivitäten, bei denen man mitmachen kann. Golf lernen, Bootsfahrten, ein Ausflug in die Stiegl-Brauerei oder Radtouren – so grundsätzlich wäre da sicherlich für jeden etwas dabei.

Und für all jene die jetzt denken: „Wie langweilig seids ihr denn, ihr habt ja nicht viel gesehen?“ Keine Sorge, wir fanden es so nett an diesem See, wir kommen sicher öfters wieder und vielleicht schaffen wir es dann auch mal woanders hin. Aber mal ehrlich, wer will sich dort schon vom Wasser wegbewegen?

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